Reibungsverluste vermeiden

Verschiedene Software-Versionen, Brüche im Prozessdesign, unzureichende Hardware-Ressourcen: Es gibt viele Gründe, warum IT-gestützte Prozesse nicht reibungslos verlaufen – trotz immenser Investitionen. Das Unternehmen Celonis beseitigt diese Probleme durch den Einsatz von Process Mining, Künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Im Rahmen der zweiten CMTechCompetition konnte der Software-Spezialist die Teilnehmer des BvCM-Bundeskongresses überzeugen – und den Award gewinnen. Vier Tech-Unternehmen hatten sich den Fragen einer Jury und der Bewertung durch das Publikum gestellt.

Die Kandidaten hatten zunächst einige Minuten Zeit, ihr Geschäftsmodell zu präsentieren. Für Celonis liegt die Businessidee in einem Dilemma: der Kluft zwischen Erwartung und Realität. „Unternehmen investieren kräftig in Prozessoptimierung und Digitalisierung, aber die Ergebnisse bleiben häufig hinter den Erwartungen zurück“, erläuterte David Rhein, Solution Engineer. Celonis hat das entscheidende Problem identifiziert: „Kritische Geschäftsprozesse müssen oft in einer starren und fragmentierten IT-Landschaft operieren. Das führt unausweichlich zu Reibungsverlusten.“

Digitale Spuren

Wie sieht die Lösung aus? Diese besteht nach Unternehmensangaben aus drei Schritten. „Wir verbinden Process Mining, künstliche Intelligenz und Automatisierung“, verdeutlicht Rhein. Im ersten Schritt analysiert Celonis die Prozesse eines Unternehmens, indem es sie anhand vorhandener Transaktionssystem-Daten so rekonstruiert, wie sie tatsächlich ablaufen. Dabei macht sich das Programm zunutze, dass jeder Nutzer digitale Spuren hinterlässt. Im zweiten Schritt nutzt das Unternehmen Künstliche Intelligenz und eine umfangreiche Best Practices-Sammlung, um Reibungsverluste, deren Ursachen sowie deren Auswirkungen auf die Unternehmensleistung aufzuspüren. Die Problembereiche werden dabei visualisiert. Abschließend ergreift Celonis automatisch intelligente Maßnahmen oder gibt Handlungsempfehlungen an Mitarbeiter, um die identifizierten Probleme zu lösen – und die Prozesse passend zu organisieren.

In der kurzen Präsentation stellte Rhein ein aktuelles Best Practice-Beispiel vor: Die Ural Bank for Reconstruction and Development hat nach dem Einsatz von Celonis die Prozesskosten in der Kreditvergabe um 23 Prozent senken können. Die Bearbeitungszeit für Kundenanfragen ging um 20 Prozent zurück, wodurch die Kundenloyalität gestärkt und der Absatz von Verbraucherkrediten um vier Prozent gesteigert wurde.

1.000 Mitarbeiter

Gegründet wurde das Unternehmen 2011 von Alexander Rinke, Bastian Nominacher und Martin Klenk. Die drei waren damals für die studentische Unternehmensberatung Academy Consult tätig, als sie vom Bayerischen Rundfunk mit der Optimierung der internen IT-Prozesse beauftragt wurden. Nach erfolgreicher Umsetzung gründeten sie Celonis. Mittlerweile ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer für KI-gestützte Process Mining und Process Excellence Software. Der Hauptsitz befindet sich in München und New York, die Zahl der Mitarbeiter wurde auf 1.000 gesteigert. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde Ende 2019 beläuft sich der Unternehmenswert auf 2,5 Milliarden Euro.



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